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Dieser Text erschien zuerst in der "Deutschen Zeitung", Sao Paulo Nr. 1873


 

I.          Vorbemerkung.

 

Die Idee, diesen Vortrag zu halten, stammt von Herrn Professor Joel Guilherme Velten, einem Historiker aus Domingos Martins und Nachfahren deutscher Einwanderer aus dem Hunsrück. Dieser wies mich darauf hin, dass die als „pomeranos“ bezeichneten deutschen Einwanderer aus Pommern der irrigen Ansicht sind, Pommerisch (auch Pommersch oder Pommeranisch genannt) bzw. „pomerano“ sei kein deutscher Dialekt, sondern eine eigenständige Sprache. Wie weiter unten  dargestellt werden wird, ist Pommerisch ein niederdeutscher Dialekt und gehört als solcher eindeutig und unstrittig zu großen Familie deutscher Dialekte.

 

II.                 Die deutsche Sprache – Herkunft und Verbreitung.

 

Die deutsche (2) Sprache gehört zum westlichen  Zweig der germanischen Sprachen. Sie ist eng verwandt mit Schwedisch, Dänisch, Norwegisch, Englisch und besonders mit dem Niederländischen, das einen Sonderfall darstellt, auf den noch näher eingegangen werden wird. Auch das nur noch von wenigen Menschen gesprochene Friesisch ist mit dem Deutschen eng  verbunden. Das in Teilen Westpolens gesprochene Kaschubisch wiederum ist eine deutsch-polnische Mischsprache. Auch das Kaschubisch ist wie das Friesisch vom Aussterben bedroht. Hinzu kommt noch das Jiddisch, das ebenfalls eng mit dem Deutschen verwandt ist und bei dem die Grenzen zwischen Dialekt und eigener Sprache fließend waren bzw. sind. Durch die Ereignisse des Zweiten Weltkrieges ist die Bedeutung des Jiddischen stark zurückgegangen. Es wird fast nur noch von älteren Ostjuden gesprochen.

Alleinige Amtssprache ist das Deutsch in Deutschland (die kleinen sprachlichen Minderheiten der Dänen in Schleswig-Holstein, der Sorben in der Lausitz und der Friesen in Friesland spielen zahlenmässig keine Rolle und sind einem ständigem Assimilationsdruck durch die dominierende deutsche Sprache ausgesetzt), in Österreich (für die dortigen Minderheitensprachen der Slowenen, Ungarn und Kroaten gilt sinngemäß dasselbe, was bei Deutschland ausgesagt wurde) und in Liechtenstein. In der Schweiz ist Deutsch eine der Amtssprachen und wird von der Mehrheit des Schweizervolkes gesprochen. In Luxemburg ist Deutsch eine der drei Amtssprachen zusammen mit Französisch (das die alleinige Justizsprache ist) und dem moselfränkischen Dialekt Lëtzebuergesch. In Ostbelgien (Eupen, Malmedy) ist Deutsch Amtssprache, in Südtirol ist Deutsch gleichberechtigte Amtssprache mit Italienisch, in Nordschleswig (zu Dänemark gehörig) ist Deutsch teilweise Schulsprache. Im Elsass und in Lothringen hat Deutsch keine offizielle Funktion, wird aber auf dem Land in Form eines alemannischen Dialekts noch vor allem von älteren Leuten gesprochen. Deutschsprachige Minderheiten mit unterschiedlichem Rechtsstatus gibt es noch in folgenden Ländern Europas: Ungarn, Russland, Rumänien, Polen, der Slowakei und der Tschechischen Republik.  Insgesamt schätzt man, dass Deutsch von ca. 100 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen wird, womit Deutsch zu den zehn bedeutendsten Sprachen der Welt gehört (3).

Außerhalb Europas wird Deutsch in folgenden Staaten in nennenswerter Zahl noch von Muttersprachlern angewandt: Kasachstan (darunter viele von Stalin vertrieben Wolga- und Krimdeutsche), Australien (vor allem im weitgehend deutschsprachig gebliebenen Barossa Valley – dem Hauptweinanbaugebiet des Landes), Argentinien (v.a. in der Provinz Córdoba und in einigen Stadtteilen von Buenos Aires (4)), Chile (die Gegend um Osorno, Valdivia, Puerto Montt in Mittelchile – dort gibt es sogar noch deutschsprachige Burschenschaften), Paraguay (die Gebiete um die Chaco-Stadt Filadelfia – dort sind die Deutschen in der Regel Mennoniten), in den USA (Pennsylvania, Cincinnati) und Kanada. Einen Sonderfall bildet Namibia, das frühere Deutsch-Südwest-Afrika, in dem Deutsch sogar den Status einer Nationalsprache genießt. Ein einmaliger Fall außerhalb des europäischen Kontinents. Auf die Lage in Brasilien werde ich ausführlicher an anderer Stelle eingehen.

Interessant ist eine Übersicht über die Deutschkenntnisse in den Ländern Europas, in denen keine deutschen Muttersprachler in nennenswerter Zahl leben (5). In Dänemark, den Niederlanden und in Slowenien (6) sprechen über 50% Deutsch als Fremdsprache. In Belgien, der Slowakei, der Tschechischen Republik, in Ungarn, Polen, Estland und Kroatien sind es immerhin noch 20-49% der Menschen, die die Sprache von Goethe, Schiller, Ernst Jünger, Engels oder Luther erlernt haben. In Finnland, Lettland, Litauen, Schweden und Bulgarien bleiben noch 10-19% Deutschinteressierte,  in England, Frankreich, Rumänien, Irland und Griechenland wollen gerade noch 5-9% deutsch parlieren, während Portugal, Spanien und Italien wohl als nahezu deutschfreie Zonen zu bezeichnen sind. Über die restlichen Länder liegen keine Statistiken vor. Demnach kann man zusammenfassend sagen, dass Deutsch in Europa nach wie vor eine sehr wichtige Rolle spielt. Schätzugen gehen im übrigen davon aus, dass weltweit ca 150 - 160 Millionen Menschen Deutsch entweder als Mutter- oder als Fremdsprache sprechen.

 

III.              Die deutschen Dialekte

 

Der weiträumige deutsche Sprachraum und die traditionelle Zersplitterung Deutschlands in zahlreiche Hoheitsgebiete bedingten von Anfang an eine außerordentlich umfangreiche Ausdifferenzierung der deutschen Sprache in zahlreiche Dialekte. Die Geschichte der deutschen Sprache wird dabei in vier zeitliche Abschnitte unterteilt:

-                     Althochdeutsch 750 - 1050

-                     Mittelhochdeutsch 1050 - 1350

-                     Frühhochdeutsch 1350 - 1650

-                     Neuhochdeutsch ab 1650

Entscheidend für die heute existierenden deutschen Dialekte ist die zweite oder hochdeutsche Lautverschiebung im frühen Mittelalter, die nicht in allen deutschsprachigen Gebieten erfolgte. Im Gegensatz zu alemannisch, bairisch, fränkisch und ostmitteldeutsch machten die kontinentalwestgermanischen Dialekte diese Lautverschiebung nicht oder kaum mit. Also das Niedersächsisch (auch Plattdeutsch) und Niederfränkisch (aus dem das Niederländisch (7) entstand) gingen sozusagen ihren eigenen Weg und trennten sich in erheblicher Weise vom Rest des Deutschen, das die Lautverschiebung mitgemacht hatte.

Das Ergebnis dieser Lautverschiebung war die Teilung der deutschen Dialekte in die niederdeutsche (zu der Pommmerisch gehört) und in die hochdeutsche Dialektgruppe (zu der Hunsrückisch gehört) (8).

Beispiele der Lautverschiebung (nd = niederdeutsch; engl = englisch; hd = hochdeutsch):

p -f

slapen (nd) – sleep (engl) – schlafen (hd)

ship (engl) – Schiff (hd)

pepper (engl) – Pfeffer (hd)

t – s

what (nd, engl) – was (hd)

k -ch

maken (nd) – make (engl) – machen (hd)

Hier noch eine Zusammenfassung der wichtigsten deutschen Dialekte:

-Hochdeutsche Dialekte

Mitteldeutsch (z.B. Schlesisch, Thüringisch-Obersächsisch)

Fränkisch

Oberdeutsch (dazu gehören Alemannisch, Schweizerdeutsch)

Bairisch

-Niederdeutsche Dialekte

Niedersächsisch (Westfälisch)

Ostniederdeutsch (z.B. Pommerisch, Mecklenburgisch-Vorpommersch)

-Niederfränkisch (eng mit dem Niederländischen verwandt, das auf das Altniederfränkische zurückgeht)

Abschließend sei noch darauf hingewisen, dass es innerhalb all dieser Dialekte noch Sub- oder Unterdialekte gibt. So unterscheidet sich das Bairisch wiederum vom Tirolerischen und das Tirolerische vom Steirischen und Wienerischen, aber auch vom Oberpfälzischen, um nur ein Beispiel zu nennen. Letztlich ist die Klassifizierung von Dialekten fast unmöglich, da sich Dialekte häufig bereits zwischen Nachbarorten nicht unerheblich unterscheiden.

Will man schließlich den Unterschied zwischen einer Sprache und einem Dialekt definieren, so ist  dies selten wissenschaftlich eindeutig möglich. Als Hauptunterscheidungspunkte mögen in einer ersten Annäherung an das Problem gelten:

Eine Sprache ist in der Regel eine Schriftsprache mit eindeutigen und im gesamten Sprachraum unstrittigen Regeln. Zudem ist sie die Amtssprache eines Staates, der international anerkannt ist. Beides gilt in der Regel nicht für Dialekte. Wobei es auch hier Zwischenstufen gibt: Man denke nur an Kurdisch, Baskisch oder Katalonisch, alles Schriftsprachen, aber ohne eigenen Staat. Wie alles im Leben ist auch die Grenze zwischen Dialekt und Sprache fließend.

 

 

IV.              Deutsch in Brasilien

 

In Brasilien werden die Menschen, die noch Deutsch oder einen seiner Dialekte (z.B. Pommerisch oder Hunsrück-Deutsch bzw. Hunsrückisch, eine Sonderform des Moselfränkischen, das hauptsächlich in Rheinland-Pfalz gesprochen wird und wie schon erwähnt in Luxemburg als eine der Amtssprachen gilt) sprechen, als teuto-falantes bezeichnet.  Orte, in denen zumindest eine beachtliche Minderheit oder gar die Mehrheit die deutsche Sprache auch im Alltag nutzt sind Pomerode, Brusque, Teutônia, Rolândia, Marechal Cândido, Rondon, Santa Cruz do Sul , Campos do Jordão und Domingos Martins. Also alles eher kleine Städte bzw. eher bevölkerungsarme municípios (deutschen Landkreisen vergleichbar), wobei die meisten Deutschsprachigen auf dem Lande und nicht in den Kreisstädten (sede genannt) leben. Insgesamt schätzt man, dass in Brasilien noch ca 200 000 Menschen (9) Deutsch als Muttersprache nutzen. Damit gehören die deutschsprachigen Brasilianer zu den zahlenmäßig größten Gruppen von Deutschstämmigen, die außerhalb Europas der Sprache ihrer Vorfahren treu geblieben sind. Insgesamt wird in Brasilien von 2 – 5 Millionen Deutschstämmigen ausgegangen, von denen die meisten ihre deutschen Sprachkenntnisse verloren haben.

Wie schon kurz erwähnt sind die beiden hauptsächlichen deutschen Dialekte, die in Brasilien gesprochen werden, das hunsrückische Moselfränkisch (auch Riograndenser Hunsrückisch genannt) und das Pommerisch. Das Pommerische wird in der bergigen Region von Espírito Santo und im Inneren von Rondônia gesprochen, einer Auswirkung der von Espírito Santo aus erfolgten Einwanderung in das seinerzeit fast unbewohnte Territorium  Rondônia. Von allen deutschen Dialekten hat sich das Pommerisch am besten erhalten. Inzwischen existieren sogar erste Bemühungen, das Pommerisch als Schriftsprache zu etablieren (10).

Andere deutsche Dialekte, die in Brasilien gesprochen werden, sind das „Plautdietsch“ (Plattdeutsch, mit dem Pommerischen verwandt; „platt“ stamt hier vom „platten“, flachen Land, ist also ebenfalls nicht prerogativ gemeint) und das Schwäbisch.

Zwei Entwicklungen schadeten dem Überleben des Deutschen in Brasilien. Einmal war dies die Politik des Estado Novo (Neuer Staat) von Getúlio Vargas (1937 – 1954), der bewusst Assimilationsprozesse förderte und alle Sprachen mit Ausnahme des Portugiesischen stark benachteiligte. An den Schulen durfte nur noch Portugiesisch unterrichtet werden. Durch den Eintritt Brasiliens an der Seite der Alliierten im Zweiten Weltkrieg verschärfte sich zudem die Lage der Deutschsprachigen, denn es war verboten, in der Öffentlichkeit Deutsch zu sprechen. Auch wenn dieses Verbot längst nicht mehr gilt, entstand doch eine Generation Deutschsprachiger, die ihre Muttersprache weitgehend verlernt hatte.

Eine gewisse Gegentendenz in den letzten Jahren bedingte das immer populärer werdende große deutsch-brasilianische Bierfest in Blumenau, bei dem nicht nur deutsches, vor allem bayerisches Brauchtum gepflegt wird, sondern auch zahlreiche rein deutschsprachige Musikgruppen auftreten, deren CDs reissenden Absatz finden. Erwähnenswert ist außerdem der zunehmende Zustrom deutschsprachiger Touristen, vor allem in den Staaten Rio Grande do Sul und Santa Catarina und im Nordosten, der dazu führt, dass an ausgewählten Küstenorten neue, kleine deutsche Siedlungskolonien entstanden (Joinville in Santa Catarina z.B. verfügt über eine beachtliche Anzahl „neuer“ Deutsch-Brasilianer). Hinzu kommen die immer intensiveren deutsch-brasilianischen Wirtschaftsbeziehungen.

Trotzdem ist die Bedeutung des Deutschen eher rückläufig, auch wenn in letzter Zeit man eher von einer Stagnation auf niedrigem Niveau sprechen kann. Aber die Verluste der letzten Jahrzehnte sind wohl kaum noch aufzuholen.

 

V.                 Berühmte Deutsch-Brasilianer

 

Gustavo Kuerten * 1976 Florianópolis (Santa Catarina)

Bester brasilianischer Tennisspieler aller Zeiten und einer der besten weltweit. Dreimaliger Sieger des Grand-Slam-Turniers von Roland Garros, Paris.

Gisele Bündchen * 1980 Horizontina (Rio Grande do Sul)

Über viele Jahre eines der weltweit gefragtesten Fotomodelle.

Hermann Blumenau * 1819 Hasselfelde (Deutschland) + 1899 Braunschweig (Deutschland)

Gründer der Stadt Blumenau (Santa Catarina). Beherbergt heute das zweitgrößte deutsche Volks- und Bierfest nach dem Oktoberfest in München. Blumenau gilt heute als DAS Symbol des Deutschtums in Brasilien.

Ernesto Geisel * 1908 Bento Gonçalves (Rio Grande do Sul) + 1996 Rio de Janeiro

Sowohl erster deutschstämmiger als auch protestantischer Präsident Brasiliens (1974 – 79).

Oscar Schmidt * 1958 Natal (Rio Grande de Norte)

Weltbekannter brasilianischer Basketballspieler. Gewinner der Bronzemedaille mit der brasilianischen Basketballnationalmannschaft anlässlich der Weltmeisterschaften 1978. Normalerweise  gehört Basketball nicht zu den Sportarten, bei  denen Brasilianer international glänzen.

Hans Stern * 1922 Essen (Deutschland) + 2007 Rio de Janeiro

Erfolgreicher Juwelier, deutsch-jüdischer Abstammung. Gründete den drittgrößten Schmuckkonzern der Welt.

Oscar Niemeyer * 1907 Rio de Janeiro

Entwarf die Gebäude für die neue brasilianische Hauptstadt Brasília. Außerdem entwickelte er das Museum für moderne Künste in Niterói und zahlreiche andere weltbekannte Gebäude. Als langjähriger Kommunist trat er 1990 aus der Partei aus.

Heinrich Meyerfreund * 1901 Rehme/Westfalen +1973 Vila Velha (Espírito Santo), gründete 1929 in Vitória, Espírito Santo unter  dem Namen  garoto die heute größte Süßwarenfabrik der südlichen Hemisphäre.

Das hier ist nur eine kleine, völlig unrepräsentativ ausgewählte Aufzählung bedeutender und wirkungsmächtiger Deutsch-Brasilianer. Der deutsche Einfluss in diesem tropischen Großreich, dem eine blühende Zukunft bevorsteht, ist nicht zu unterschätzen und wird auch weiterhin zum Gedeihen Brasiliens beitragen.

 

      VI.    Zusammenfassung

 

Mit den erwähnten 150-160 Millionen Personen, die Deutsch sprechen, gehört Deutsch zu den bedeutendsten Sprachen weltweit. Zugleich ist zu konstatieren, dass seine  Bedeutung zunehmend abnimmt, da seitens der bundesdeutschen Behörden kaum Anstrengungen unternommen werden,   um seine  Verbreitung zu fördern. So wurden gerade  in den letzten Jahren die Goethe-Institute im Rahmen angeblich notwendiger Sparmaßnahmen immer weiter ausgedünnt oder gar ganz aufgelöst. Vor wenigen Jahren wurde z.B. das Goethe-Institut im argentinischen Córdoba geschlossen, womit in diesem wichtigen G-20 Land nur noch in Buenos Aires ein solches Institut, das den Argentiniern die deutsche Kultur und Sprache näher bringen soll und kann, existiert. Ein trauriges Signal nicht nur für dieses kultivierte südamerikanische Volk, sondern für den ganzen Subkontinent. Dass das Deutsche weiterhin eine gewisse Bedeutung besitzt, ist weniger auf staatliche Bemühungen, sondern  eher auf private Initiativen (vgl. die Fälle Blumenau und Joinville) zurückzuführen. Positive Ausnahmen wie die vorbildlichen Aktivitäten des deutschen Honorarkonsulats in Vitória/Espírito Santo bestätigen nur diese Regel.

 

Abschließend bleibt zu bemerken, dass sowohl Portugiesisch als auch Deutsch zu den am meisten unterschätzten Sprachen weltweit gehören. Ein Zustand, der rational kaum nachvollziehbar ist und unbedingt verbessert werden muss, damit diese beiden bedeutenden europäischen Kultursprachen ihren berechtigten Platz innerhalb der Weltsprachen  wiedergewinnen bzw. erhalten können.

 

Anmerkungen

 

1)      Dieser Vortrag wurde zuerst am 7.11.2011 in  Domingos Martins, Espírito Santo, Brasilien im Rahmen  der dortigen „Semana Cultural“ (Kulturwoche) gehalten. Er wurde in freier Rede und ohne vorliegendes Manuskript vorgetragen. Dieser Text ist mithin keine wortgleiche oder -ähnliche Niederschrift des in Domingo Martins gehaltenen Vortrages, sondern wurde durch  Auslassungen und Ergänzungen verändert, wobei der Gesamtsinn beibehalten wurde.

 

2)      Das Wort „deutsch“ bedeutet seinem Ursprung nach „die unseres Volkes sind“ oder „unserem Volke zugehörig“. Das Wort „Deutschland“ demnach „Land unseres Volkes“.

 

3)      Portugiesisch steht übrigens mit ca. 250 Millionen Muttersprachlern an fünfter Stelle weltweit.

 

4)      Die Rede ist hier vom Belgrano-Deutsch (Belgrano ist ein Ortsteil von Buenos Aires) bzw. von der Gegend um Villa General Belgrano im Bergland der Provinz Córdoba.

 

5)      Quelle: www.wikipedia.de

 

6)      Die auffallend hohe Zahl von Slowenen, die als Fremdsprache Deutsch sprechen, erklärte der alt-österreichische Privatgelehrte Erik von Kuehnelt-Leddihn auf amüsante Weise: „Die Slowenen sind die einzigen nicht-germanisierten Österreicher.“ Und in der Tat, wer heute durch das kleine Land südlich von Kärnten fährt, hat, wenn man die Schrift außer Acht lässt, den Eindruck ein weiteres Bundesland der Alpenrepublik zu bereisen.

 

7)      Aufgrund der staatlichen Unabhängigkeit der Niederlande gelang es dem „althergebrachten“ Deutsch nicht mehr, die niederländische Form des Niederdeutschen in den deutschen Sprachraum zu integrieren, und es entstand Niederländisch als eigenständige Sprache.

 

8)      An dieser Stelle ist es wichtig zu bemerken, dass die Begriffe niederdeutsch bzw. hochdeutsch keine Wertung bedeuten, sondern geographischen Gegebenheiten folgen. Niederdeutsch bedeutet also das Deutsch, das in den geographisch betrachtet „niederen“ Gegenden gesprochen wurde, Hochdeutsch wurde und wird hingegen in den höher gelegenen Gebieten gesprochen. Als Luther entscheidend zur Vereinheitlichung der deutschen Sprache beitrug, benutzte er als Grundlage das Deutsch, das in den höher gelegenen Gebieten gesprochen wurde, nicht zuletzt deshalb, weil er sich zur Zeit seiner Bibelübersetzung in einem Gebiet aufhielt, in dem ein hochdeutscher Dialekt gesprochen wurde. Die Vorstellung vieler brasilianischer Pommern, ihr Dialekt, das pomerano sei ein minderwertiges, ein primitives Deutsch, entbehrt daher jeder Grundlage. Deshalb ist es auch völlig unnötig und überflüssig, aus dem angeblich primitiven deutschen Dialekt Pommerisch eine neue Sprache zu konstruieren. Richtig hingegen ist, dass aufgrund der gemeinsamen niederdeutschen Herkunft das Pommerische mit dem Niederländischen genauso verwandt ist wie mit dem Hochdeutschen.

 

9)      Optimistischere Schätzungen gehen von bis zu 500 000 Deutschsprachigen aus. Dabei sind aber viele mitgezählt, die Deutsch bzw. einen deutschen Dialekt sprechen, nicht aber schreiben können. Andere verstehen Deutsch gut, sprechen es aber nicht. Aufgrund solch fließender Übergänge ist eine genaue Zählung der Deutschsprachigen in Brasilien unmöglich.

 

10)  Aussage eines Teilnehmers anlässlich der erwähnten Semana Cultural in Domingos Martins vom 7. - 12. November 2011.

 

wb